Erasmus+
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25. Juni 2026
Doch wie kann man Schülerinnen und Schülern den Zugang zu einer Fremdsprache erleichtern und sie im Fremdsprachenunterricht angemessen unterstützen? Diesen Fragen ging ich im Mai 2026 nach und besuchte das Fremdsprachengymnasium „Bertolt Brecht“ in Pazardzhik (Bulgarien).
Hospitationen in verschiedenen Jahrgangsstufen sowie Gespräche mit den bulgarischen Lehrkräften boten Raum für einen fruchtbaren Austausch von Ideen, Erfahrungen und Impulsen. Dabei wurde deutlich, dass schüleraktivierende Methoden und Herangehensweisen das Vokabel- und Grammatiklernen zwar nicht ersetzen können, die Motivation der Lernenden jedoch erheblich steigern.
Ein gelungenes Beispiel hierfür ist das Projekt „Seitenweise“ – ein von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen ausgeschriebener Kreativwettbewerb, der die kreative Auseinandersetzung mit deutschsprachiger Jugendliteratur in den Mittelpunkt stellt. Mit großer Freude präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Arbeitsergebnisse. Dabei zeigte sich eindrucksvoll, wie authentische und schülerorientierte Aufgaben die Lernmotivation stärken, kreative Potenziale freisetzen und somit einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung sowie zur Sprachförderung leisten können.
Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur Förderung fremdsprachlicher Kompetenzen leistete das parallel stattfindende Schüleraustauschprogramm, das ich begleiten durfte. Es bot den Teilnehmenden nicht nur vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung ihrer Sprachkenntnisse, sondern förderte zugleich den Erwerb interkultureller Kompetenzen.
Die kulturelle Reise führte mich zunächst in die Besonderheiten der bulgarischen Küche und Kultur ein. Gemeinsam mit den deutschen Austauschschülerinnen und -schülern lernten wir traditionelle bulgarische Volkstänze und sorgten mit unseren neu erworbenen Tanzkünsten bei der Abschlussfeier für beste Stimmung. Zahlreiche Exkursionen bereicherten das Programm: Wir erkundeten das Stadtzentrum von Pazardzhik, besuchten das Geschichtsmuseum und die Kathedralkirche „Sveta Bogoroditsa“, entdeckten die geschichtsträchtige Stadt Plovdiv sowie die Hauptstadt Sofia und wanderten bei strahlendem Sonnenschein zur rund 3,5 Millionen Jahre alten „Schneewittchenhöhle“. Dort konnten wir uns bei konstanten 6 °C endlich etwas abkühlen.
Besonders bereichert wurden die Besichtigungen durch die bulgarischen Schülerinnen und Schüler, die mit großem Engagement die Rolle deutschsprachiger Reiseleiterinnen und Reiseleiter übernahmen. Die gemeinsamen Erlebnisse schweißten die Gruppe zusammen. Es wurde viel gefragt, verglichen und gelacht. So flossen beim Abschied zwar einige Tränen, doch die Vorfreude auf das Wiedersehen in Deutschland wenige Monate später überwog deutlich.
Mein Fazit: Die Woche in Pazardzhik hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll internationale Begegnungen für das Fremdsprachenlernen sind. Neben vielfältigen Einblicken in den Unterrichtsalltag des Fremdsprachengymnasiums konnte ich erfahren, wie sprachliche, kulturelle und persönliche Lernprozesse miteinander verbunden sind. Der Austausch hat nicht nur neue fachliche Impulse eröffnet, sondern auch verdeutlicht, wie wichtig Offenheit, Begegnung und gemeinsames Erleben für erfolgreiches Lernen sind.
Lieben Gruß
Tatjana Nikuliszyn
